Neuinszenierung für das wortwiege Theaterfestival 2024:

Österreichische Erstaufführung

SCHLACHTHOF -
Wir essen nur Karfiol

von Slawomir Mrozek

Über das Stück

Einsam sitzt der Geiger in seinem Zimmer im Haus seiner Mutter, die ihn in liebevoller Geiselhaft hält. Er sehnt sich nach Befreiung. Die Musik — seine Kunst, die von der mütterlichen Überwachung beherrscht und reguliert wird — soll ihm die Flucht ermöglichen. Auf wundersame Weise wird er tatsächlich zum Genie und gibt Konzerte auf der renommierten Bühne der Philharmonie. Doch bald erkennt er, dass es auch in dieser Umgebung keine künstlerische Freiheit gibt und verlegt sich aufs öffentliche Schlachten. Denn: Wie macht man Kunst in restriktiven Systemen oder gar im Krieg?

Sławomir Mrożek sorgte mit seinen absurden Texten über das Leben und Wirken in totalitären Regimen weltweit für Aufsehen. Als Akt der Solidarität mit dem niedergeschlagenen Prager Frühling verließ Mrożek 1968 sein Land und beantragte Asyl in Frankreich. Die wortwiege setzt — nach dem großen Erfolg von Vaclav Havels „Audienz“ am Festival 2023 — ihre Beschäftigung mit bedeutenden dissidentischen Autor:innen fort.

Kritiken

»Mrożeks „Schlachthof“ ist ein starkes Stück. Ira Süssenbach hat ihr Ensemble punktgenau darauf eingestellt. [..] Ein Quartett von Darstellern spielt sich in Rage bei dieser Farce, die sich zum Bösesten steigert.« (Die Presse)

»Die junge Regisseurin Ira Süssenbach, in Moskau aufgewachsen, inszeniert die Groteske pointiert in den Kasematten.« (Der Standard)

»Groteskes Spektakel mit Tiefgang« (NÖN)
— Pressestimmen

Wenn du leben willst, musst du auf Sicherheit verzichten.

Schlachthof

Diplominszenierung am Max-Reinhardt-Seminar

Eine wundersame Verwandlung ermöglicht dem zum Genie avancierten Geiger schließlich den Auszug aus dem mütterlichen Hause, nicht aber die Austreibung der Mutter aus seinem Kopf. Ohne innere Freiheit erlangt zu haben, vermag selbst die vollendete Kunst nicht, die Erfüllung zu bringen, weshalb er sich in einem radikalen Akt dem Schlachten hingibt.

Sławomir Mrożek entwirft in diesem zur Zeit des sowjetischen Totalitarismus entstandenen Stück ein Bild der Familie als Keimzelle autoritärer Herrschaft. Was als friedliche Boulevardkomödie beginnt, degeneriert zu einem Spektakel faschistischer Massenhypnose.

Musik kann es geben oder nicht. Schlachten muss sein.

Nico Dorigatti & Mariam Avaliani in SCHLACHTHOF - Regie Ira Süssenbach